Martin Pfrommer

Er leitet derzeit die Gruppe im BioEnergetischen Zentrum, die sich vorher im katholischen Kloster St. Martin traf. Seit 1989 besuchte er Zen-Retreats bei christlichen und buddhistischen Lehrern. Sein langjähriger Schweizer Lehrer Marcel Geisser hat in Schorndorf schon mehrfach Vorträge gehalten, im Heilig Geist-Gemeindesaal, der VHS und in der Festhalle in Haubersbronn. Geisser ist autorisiert vom vietnamesischen Zen-Meister Thich Nhat Hanh und hat im Kanton Appenzell das buddhistische Meditationszentrum Haus Tao vor 30 Jahren gegründet. Martin Pfrommer, der meist ohne äußere Zeichen Zen praktiziert, unterstützt das Haus Tao seit Jahren auch als Koch oder Assistent. Beruflich war er bis Ende 2013, als die Freizeitphase seiner Altersteilzeit begann, mehr als drei Jahrzehnte Jahre aktiv in Tageszeitungsredaktionen. Seine Frau und er haben eine Patchwork-Familie und wandern im Urlaub öfter auf Jakobs Wegen. Er gründete Anfang des Jahrtausends mehrere Solarkraftwerke, leitet seit gut acht Jahren den Schorndorfer Schachverein, berät heute fürs Rathaus Schuldner, bewirtschaftet landschaftliche Grundstücke und unterstützt bei Sympathie Projekte und Baustellen, die ihm nahe liegen.

Warum Zen?

Wer wie der Schorndorfer Martin Pfrommer Zen über Jahrzehnte hinweg übt, für den ändert sich die Blick aufs Leben. Er beginnt, auch im Alltag nicht nur nach außen zu schauen, sondern gleichzeitig nach innen. Er registriert, unter welchen Bedingungen sich die eigene Wahrnehmung in Freude weitet oder bei Nervosität ängstlich verengt.  Dies zu erfahren bedeutet, letztlich freier zu werden in der Gestaltung des eigenen Lebens, auch, indem Schwächen ebenfalls (an)erkannt werden. Der Zen-Weg bedeutet das Einlassen auch auf nicht angenehme innere Prozesse. Manche Abschiede von langgehegten, gewohnten Selbstbildern sind schmerzlich. Wir sind eben nicht besser als andere, nichts besonderes, sondern mehr miteinander verbunden, als wir glauben. Das Training der Achtsamkeit im Alltag, die der Schweizer Zen-Lehrer Marcel Geisser (www.haustao.ch) mit seinem Sati-Zen-Ansatz in den Blick rückt und selbst humorvoll verkörpert, erweiterte bei Martin Pfrommer im Laufe der Jahre berufliche und private Möglichkeiten.  Das Mehr an Achtsamkeit erlaubte es schließlich, Lebensbedingungen so zu verändern, dass mehr Selbstbestimmung bei weniger Druck möglich wurde. Nach 26 Jahren Zen-Übung spürt er in Tätigkeiten und Beziehungen wesentlich öfter Freude und Liebe.

 

Entwicklungschancen

Stilles Sitzen, nicht verträumt, sondern mit Spüren des Atems und Körpers, schafft Räume für die Auseinandersetzung mit im eigenen Geist zeitweise wirksamen Giften wie Gier, Hass und Verblendung. Wenn wir ihre Wirkungsweise, unsere Muster, erkennen, verlieren sie an Kraft. Dies, aufrichtig und ohne Selbstverurteilung geübt, bietet enorme Heilungs- und Entwicklungschancen. Warum sind wir Mitteleuropäer in der Regel neurotisch verspannt, unsicher, ängstlich oder narzistisch? Vermutlich sitzen uns Jahrhunderte schlimmster Kriege und Epidemien und eine sehr puritanische, oft körperfeindliche Erziehung im Nacken. Konsequentes Üben erlaubt dem Zen-Praktizierenden, von Eltern oder Großeltern übernommene Vorstellungen erkennen und die damit verbundenen Verspannungen wahrnehmen. Dies versöhnt mit sich und den Vorfahren, die ja selbst Kinder ihrer Zeit waren. Indem die Energie der stillen Übung Verletzungen aufdeckt, schafft sie Raum und Luft für deren Heilung. Er oder sie lernt im Laufe der Zeit, sich besser zu verstehen auch in verdrängten, ja verfemten Anteilen. Wer Schatten ohne Abwertung ansehen kann und nicht in Scham und Selbstvorwürfen versinkt, kann Mitgefühl für sich selbst und andere entwickeln. Stille Präsenz lässt auch in einem Teufelskreis Bedingungen erkennen, an denen er oder sie nolens volens lange selber teilhatte. So kann er oder sie aussteigen. Der ewig Suchende, ewig Unruhige, auch der Ehrgeizige, kann bei nicht egozentrisch motivierter Übung in sich eine stabile Perspektive und friedvolle Anteile entdecken und pflegen. Es ist möglich, Lasten abzustellen, die ständig rotierende Denkmaschine im Kopf anzuhalten. Wir müssen uns nicht von unheilsamen Gefühlen wie Neid und Eifersucht versklaven lassen. 

 

 

Warum eine Gruppe?

 

Wir sind derzeit eine Gruppe von Übenden, die sich wöchentlich dienstags um 19.30 Uhr trifft. Wir meditieren zwei mal eine halbe Stunde in der Stille, unterbrochen von etwa 20 Minuten Gehmeditation (Kinhin). Sechs Teilnehmer/innen teilen sich aktuell die Raumkosten. Wer als Gast hinzustößt, beteiligt sich mit fünf Euro pro Abend an der Miete. Weitere Kosten sind nicht fällig. Wir üben, weil es gemeinsam in freundschaftlicher Atmosphäre leichter fällt und gut tut. Öfter tauschen wir uns danach aus, wer aber in Stille gehen möchte, kann es tun. Zuweilen, wenn beim Üben etwas auffällt, spricht der Leiter es an. Es gilt, Fehlhaltungen zu sehen, ehe sie sich verfestigen. Allerdings ist ihr Auftreten letztlich Ausdruck dessen, wo er oder sie im Moment steht. Wer noch nie meditiert hat, sollte vorher das Gespräch suchen (Tel. 07181/63261) und seine Motivation klären. Beim Meditieren ist es wie beim Kochen: Nur ein Kochbuch zu lesen, genügt nicht, ein leckeres Mahl für sich und andere zuzubereiten.

 

 

Termine

 

Jeden Dienstag im BE-Zentrum um 19.30 Uhr

Anmeldung

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